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Redigieren heisst Synapsen verkabeln

  • Sara Meier
  • 23. Okt. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Unternehmenstexte redigieren (lassen) lohnt sich, denn dabei werden Wirkkraft und Medientauglichkeit optimiert.
Unternehmenstexte redigieren (lassen) lohnt sich, denn dabei werden Wirkkraft und Medientauglichkeit optimiert.

Sie haben einen Unternehmenstext geschrieben (oder von Ihrer KI schreiben lassen), sagen wir: eine Medienmitteilung, einen Blogpost, die Einladung zu Ihrem nächsten Kundenevent, eine neue Website. Eine ihrer fähigsten Fachpersonen hat den Text gegengelesen, Ihre verlässlichste Assistenz hat ihn korrigiert. Mein Tipp: Lassen Sie ihn vor der Publikation von einem Textprofi redigieren. Diese Veredelung wird aus Zeit- und Kostengründen gerne ausgelassen. Allerdings macht sie sich bezahlt. Denn das Redigieren hebt Ihren Text in eine völlig neue Dimension der Wahrnehmung und Wirksamkeit bei Ihrer Zielgruppe. Warum? Lesen Sie weiter.


Textprofis greifen zum Rotstift

Beim professionellen Redigieren geht es um weit mehr als eine Prüfung von Rechtschreibung und Grammatik. Es bedeutet, einen Text sprachlich, inhaltlich und stilistisch zu perfektionieren, ohne seine ursprüngliche Aussage oder Absicht zu verfälschen. Wir gehen dabei systematisch vor und optimieren die Hebelwirkung eines Textes in Bezug auf Dialoggruppe, Wirkkraft und Medientauglichkeit. Gerade letztere ist im Zeitalter von SEO, LLMO und GEO für einen Text im digitalen Universum überlebenswichtig.


Für wen, wofür, womit

Bevor wir Textleute uns an die Arbeit machen, klären wir, für wen der Text gedacht ist. Richtet er sich an ein Fachpublikum, an bestehende Kunden, an die Gen Z, an die breite Öffentlichkeit, an Mitarbeitende, Investierende, an die öffentliche Hand? Zudem wollen wir wissen, welchen Zweck der Text verfolgt: informieren, überzeugen, verkaufen, motivieren, unterhalten, provozieren, beschwichtigen oder was ganz anderes. Ebenfalls grundlegend ist das Kommunikationsmittel. Geht es um eine Website, eine Broschüre, einen Fachbericht, einen Beitrag auf Social Media, eine Information für Investoren oder um eine interne Information. Digitale Medien folgen völlig anderen Gesetzen als gedruckte und auch innerhalb dieser Kategorien unterscheiden sich die Anforderungen je nach Medium fundamental. Je genauer ein Unternehmen das Ziel, die Zielgruppe und das Medium seines Textes beschreiben kann, desto gezielter können wir Textenden Ton, Stil und Informationsdichte auf maximale Wirkung trimmen.


Inhalt schlägt Form

Inhalte sind der Lehm von Textschaffenden. Deshalb prüfen wir vor dem Redigieren, ob der Inhalt vollständig und logisch aufgebaut ist, ob Widersprüche, Wiederholungen oder unnötige Abschweifungen bestehen und ob die Gliederung eine angemessene Dramaturgie zulässt. Wir checken, ob Fakten wie technische Angaben, Daten, Bezeichnungen korrekt wiedergegeben werden. Und ganz besonders gehen wir der Frage auf den Grund, ob sich die Kernaussage herausschälen lässt. In einer erschreckenden Vielzahl von Texten ist diese nämlich nicht einmal der Autorin oder dem Autor klar.


Auf die Tasten, fertig, los!

Nun beginnt die eigentliche Überarbeitung. Dabei gestalten wir einen Text lesbarer, flüssiger und ansprechender. Dazu nehmen wir strukturelle Änderungen vor, kürzen gewisse Passagen und wählen präzisere Formulierungen. Das Redigieren erfolgt schichtweise, wobei wir die folgenden Arbeitsschritte gleichzeitig oder nacheinander vornehmen:

  • Eliminieren von Nominalstil und Passivkonstruktionen

  • Vereinfachen überlanger oder verschachtelter Sätze

  • Entfernen von Füllwörtern und Wiederholungen

  • Verbessern von Wortwahl, Rhythmus und Übergängen

  • Anpassen an die gewünschte oder von der Verbal Identity vorgegebene Tonalität


Weiter zum Feinschliff

Nach der Grobredaktion folgen die verbalen Fein- und Zartheiten. In diesem Prozess nehmen wir Textprofis formelle und grammatikalische Korrekturen vor. Im Mittelpunkt stehen Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung, einheitliche Schreibweisen sowie die korrekte Verwendung von Abkürzungen, Einheiten und Zitaten. Diese Phase lässt sich mit einem klassischen Lektorat vergleichen, wobei ich hier immer ein letztes Auge auf die Idiomatik werfe.


Zum Schluss zurück zum Anfang

Bevor wir unsere Werke mit einem Gut zum Text versehen, prüfen wir mit einer frischen Draufsicht, ob der Text rund klingt, der rote Faden erkennbar ist, der Stil konsequent bleibt und alle formalen Anforderungen erfüllt sind. Unser besonderes Augenmerk gilt Vorgaben aus der Verbal Identity des Unternehmens. Bei diesem Arbeitsschritt lese ich mir (oder einer anderen Person) den Text laut vor. Gerade bei Ansprachen, Laudationes oder Reden ist diese Prüfung enorm wichtig, da gesprochene Texte deutlich strengeren Anforderungen an Lesefluss und Aussprache genügen müssen als ihre schriftlichen Pendants.


Also

Redigieren (lassen) lohnt sich. Denn ein redigierter Text wird dahingehend optimiert, dass er fachlich mit fast absoluter Sicherheit stimmt, zum gewählten Medium passt, die Zielgruppe überzeugt und bei dieser maximale Wirkung erzielt. Da die meisten Unternehmenstexte heute KI-generiert sind, müssen Sie als Kommunikations- oder Markenverantwortliche menschlichen Intellekt in Ihren Text einziehen. Nur so stellen Sie sicher, dass Ihr Text nicht nur von generativen Sprachmodellen, sondern auch von den menschlichen Synapsen Ihrer Zielgruppen aufgegriffen werden und dort zu jener Verkabelung führen, die die gewünschte Handlung – besser noch: das angestrebte Vertrauen in Ihre Marke oder Ihr Unternehmen – auslöst.




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