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Schweigen ist Silber, Reden ist Gold

  • Sara Meier
  • 24. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Mit einer guten Rede ergreifen Sie exakt jenes Wort, mit dem Sie zur Tat schreiten.
Mit einer guten Rede ergreifen Sie exakt jenes Wort, mit dem Sie zur Tat schreiten.

Wer schon mal eine Rede gehalten hat, weiss: Reden ist schwieriger als schreiben. Nicht umsonst gilt die Rhetorik in der Sprachwelt als Königsdisziplin. Denn was einmal gesagt ist, lässt sich nicht wieder zurücknehmen. Es erstaunt daher nicht, dass Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur oder Gesellschaft diese Kunst erfahrenen Expertinnen und Experten überlassen. Nicht weil sie zu faul dazu sind. Sondern weil sie sich bewusst sind: Auch Worte sind Taten. Um Ghostwriting und die Tatkraft starker Reden geht es in diesem Blogbeitrag.


Wie der Schnabel gewachsen ist

Hat der das selbst geschrieben? Diese Frage haben Sie sich bestimmt auch schon gestellt, während Sie eine überzeugende Rede gehört haben. Authentizität der Ansprache gilt denn auch als oberstes Kriterium eines professionellen Ghostwritings. Der Text darf nicht nach dem Ghostwriter klingen, sondern muss so wirken, als hätte die sprechende Person ihn selbst formuliert. Konkret bedeutet das: Wortwahl, Satzlängen und Rhythmus müssen dem natürlichen Sprachduktus der redenden Person entsprechen; typische Denk- und Argumentationsmuster werden übernommen; Lieblingsbegriffe, wiederkehrende Metaphern oder auch bewusste Unschärfen sind berücksichtigt.


Gedankliche Präzision statt sprachlicher Eitelkeit

Starkes Ghostwriting verzichtet auf sprachliche Selbstdarstellung. Auch wenn Texter:innen gerne mit Sprache spielen und sich auch immer wieder in ihre eigenen Formulierungen verlieben, so verzichten sie in einer guten Rede dennoch auf unnötige Bilder oder besonders eloquente Sätze ohne Funktion . In einer griffigen Rede dient jede Formulierung einem Gedanken, einer Haltung oder einer bewusst angestrebten Wirkung. Denn beim gesprochenen Wort gilt: Klarheit vor Originalität. Schliesslich sollen nicht die Sätze glänzen, sondern die Aussagen.


Anlass, Publikum und Ziel verstanden

Gute Texte entstehen nicht aus dem gekonnten Umgang mit Sprache, sondern aus einer durchdachten Situationsanalyse. Ein Ghostwriter beantwortet noch vor seinem ersten Tastenschlag eine Reihe von grundlegenden Fragen: Wer spricht mit welcher Rolle und Autorität? Wer sitzt im Publikum? Mit welchen Erwartungen, welchem Vorwissen und mit welchen Widerständen ist zu rechnen? Was will die Rednerin oder der Redner erreichen: informieren, aufklären, überzeugen, legitimieren, mobilisieren, begeistern, beschwichtigen?


Liefern statt labern

Eine starke Rede ist kein Text, sondern ein gesprochener, nachvollziehbarer Gedankengang. Das setzt eine stringente Dramaturgie voraus. Eine solche hat einen klaren, relevanten Einstieg ohne Allgemeinplätze, einen logischen Spannungsbogen, nachvollziehbare Übergänge und einen Schluss, der eine Brücke zum Gesamtthema schlägt und Haltung zeigt – nicht nur zusammenfasst. Dramaturgisch schwache Reden sind korrekt, aber wirkungslos.


Mut zur Haltung

Gutes Ghostwriting ist nicht neutral, sondern positioniert, allerdings immer im Hinblick auf die Rolle der sprechenden Person. So bringen starke Reden klare Standpunkte ohne Polemik, spitzen sich an der richtigen Stelle ohne Populismus zu und lösen Emotionen aus, ohne sentimental zu werden. Professionelles Ghostwriting folgt dem Grundsatz: Wenn eine Rede nichts riskiert, wird sie auch nichts bewegen.


Ökonomie der Sprache

Da Reden ohne visuelle Wahrnehmung klarkommen müssen, sollten die Sätze kurz und sprechbar sein. Es bietet sich daher an, eine Rede auf phonetische Stolpersteine zu prüfen. Zur Sprachökonomie des gesprochenen Wortes gehört zudem, dass konkrete Begriffe abstrakten Nominalkaskaden vorzuziehen sind. Und eine gute Rede hat einen angenehmen Rhythmus – mit Pausen, Absätzen, Zäsuren. Als Faustregel gilt: Was sich nicht gut laut aussprechen lässt, hat im Redenmanuskript nichts verloren.


Unsichtbar wie ein Geist

Das vielleicht anspruchsvollste Kennzeichen einer guten Rede ist die Tatsache, dass die oder der Ghostwriter vollständig hinter der redenden Person verschwindet. Je besser das Ghostwriting, desto weniger wird die schreibende Person wahrgenommen. Demnach darf Ghostwriting keine erkennbare Handschrift einer Texterin oder eines Texters hinterlassen und auch Lieblingsformulierungen nicht wiederverwerten. In diesem Punkt hat künstliche Intelligenz keine Chance, denn KI-generierte Texte sind deutlich als solche erkennbar. Die Loyalität der schreibenden Person gehört einzig und allein der Rednerin oder dem Redner, nicht dem eigenen Text.


Also

Reden zählen zu den mächtigsten Instrumenten von starken Persönlichkeiten. Doch nur selten sind diese im Schreiben so gut wie in ihrer Kernkompetenz. Deshalb lohnt es sich, eine Rede von einer Expertin oder einem Experten schreiben zu lassen. Stellen Sie dabei sicher, dass diese Person Sie selbst, Ihr Publikum und den Grund Ihres Auftritts genau versteht. Und dass Ihr schreibender Geist in der Lage ist, völlig in den Hintergrund zu treten. Mit einer guten Rede ergreifen Sie exakt jenes Wort, mit dem Sie zur Tat schreiten. An dieser werden Sie schliesslich auch gemessen.




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